Mehr Sicherheit und Sauberkeit in den Eimsbütteler Parks

�ffentlicher Raum
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Vor zehn Jahren
gab es einen ähnlichen Fall in Hamburg-Eimsbüttel

Mitten in der großzügigen (und sehr „gepflegten“) öffentlichen Parkanlage, in der die denkmalgeschützten Grindelhochhäuser stehen,

legte eine Mieterin einen privaten „Garten Kunterbunt“ an. Weder die Meinung der Nachbarn noch die der Parkverwaltung interessierte sie bei dieser Privatisierungs-Aktion. Als die Behörde sich gegen diese „Verkleingärtnerung von großräumigen Parkstrukturen“ verwahrte, war der Diskurs der aufdringlichen „Quartiersgärtner“ schon so dominant, dass die Medien auch aus dieser Frau eine ehrenamtliche Eigeninitiative-Heldin im Kampf gegen die Bürokratie machten. Die Behörde musste nachgeben.

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Die zivilisatorische Errungenschaft moderner öffentlicher Parkanlagen seit der Aufklärung, die eine Symbiose hoher Gartenkunst und demokratischer Öffentlichkeit darstellen, ist dem Verkleingärtnerungs-Milieu und seinen populistischen Unterstützern nicht mehr zu vermitteln.

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Bewirkt haben das allerdings nicht die Leute, die sich ein oder zwei Quadratmeter im öffentlichen Park privat aneignen.
Sie kopieren nur im Miniformat, was im ganz großen Maßstab überall passiert:

• Privatisierung kommunal-öffentlicher Flächen (gerade in Eimsbüttel),
• „dichte Bebauung“ von Grünflächen zwischen Wohnsiedlungen, deren großzügig bemessene Grundflächenzahl einst die Folge einer aufgeklärten Stadtplanung war, die noch wusste wie wichtig Licht und Blickachsen sind.

Auch die städtischen Parks waren Antworten auf die schlechte Lebensqualität. Ganz bewusst wollte man dort keine kleinteiligen Blumenbeete wie im Hinterhof oder Schrebergarten , sondern großzügige Durchsichten.

Mit der neoliberalen Inwertsetzung des Städtischen wurden diese aufgeklärten Konzepte einfach beseitigt. Verordnungen zur Vermeidung einer Verschattung von Wohnhäusern wurden aufgehoben, damit Immobilienbesitzer noch einige Stockwerke draufsetzen können und die Stadtplanung wurde in Hamburg faktisch an Grundstückseigner und Developer übergeben.

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Hamburger Abendblatt, 30.04.2004
Amtsschimmel in Frau Lehmanns Garten
Sie pflanzte Blumen zwischen die Häuser – jetzt will der Bezirk das unterbinden.

Dieses Fleckchen Erde ist für mich so etwas wie ein nach außen verlegter Kontaktraum, ein Treffpunkt für Naturliebhaber, Ruhesuchende, Einsame, für psychisch Angeknackste und für die Kinder aus den Häusern“, sagt Rosemarie Lehmann (69). Vor einem Jahr hat sie den kleinen Garten Kunterbunt angelegt. Der steht jetzt vor dem Aus. Der Grund: Das Bezirksamt Eimsbüttel hat sich eingeschaltet. für ihn ist der Garten Kunterbunt eine „Verkleingärtnerung von großräumigen Parkstrukturen“. „Würden wir den Garten zulassen, hätte das Signalwirkung für andere, die dann auch beginnen, dort ihren eigenen Garten anzulegen“, sagt Thomas Pröwrock, Leiter der Gartenbauabteilung. Viele (es waren 3) Anwohner schütteln da nur mit dem Kopf. Denn (!) den Bezirk Eimsbüttel kostet dieses Beet keinen einzigen Cent.

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Beeterebell
Linke, CDU und BILD für den Beete-Rebell

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GJ, Kontakt: dbd (at) riseup.net